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Deutsches Reich 1872 - 1945
Jürgen Schultze

                               
   
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Briefmarken-Besprechung 479 - 481 Tag von Potsdam

Briefmarken Deutsches Reich bis - 1945

German-Reich präsentiert kostenlose Infos über Briefmarken und sensationelle Großaufnahmen verschiedener Briefmarken aus dem deutschen Reich

Die Teilnehmer am Projekt German Reich haben sich die Mühe gemacht und stellen hier einige interessante Briefmarken des Deutschen Reiches mit Daten und in Großbildaufnahmen vor. Alle Briefmarken befinden sich im Archiv von German-Reich.

Mit der Michel Nr. 479 - 481 Ausgabetag am 12. April 1933 zum Tag von Potsdam reflektierten die Naziverbrecher Clique ihren nach Ihrer Doktrim begründeten historischen Machtanspruch und die aus Sicht der Nazis legal errungene Machtübernahme über das Deutsche Reich. Dieser Machtanspruch wurde mit der Briefmarken-Gedenkausgabe zur Eröffnung des I. Reichsparteitages am 21. März 1933 mit nationaler Mehrheit - Dem Tag von Potsdam -. Das Motiv der Briefmarke zeigt Friedrich der Große nach A. v. Menzel "Friedericus" und wurde im Rastertiefdruck der Reichsdruckerei Berlin gedruckt. Das Wasserzeichen ist Waffeln und gezähnt sind die Briefmarken 14 : 14 1/2. Diese Briefmarken waren gültig bis zum 31.12.1935.

Michel Nr. 479 - 481 (Vergrößern bitte Bild klicken)
Michel Nr. 479 - 481 Bildvergößerung
Friederich der Große, König in Preußen 1712 - 1786

Der “Tag von Potsdam” am 21. März 1933 suggerierte damals eine Versöhnung der jungen NS-Bewegung mit dem alten preußisch-konservativen Deutschland indem sich Hitler an diesem Tag vor Hindenburg verneigte und ihm somit „die Reverenz erwiesen“ hat. Denn der greise Hindenburg war in keiner Weise von dem wie er sagte "Böhmischen Gefreiten Adolf Hitler" begeistert.

Hitler mit von Papen auf den Weg zur Garnisonskirche

 

Der "Tag von Potsdam" wurde von Dr. Goebbels, dem Propagandaminister Hitlers und Gauleiter der NSDAP in Berlin, als ein imposanter Festakt in der Potsdamer Garnisonkirche und in der ganzen Stadt Potsdam inszeniert. Presse und Rundfunk waren zugegen. Laden Sie sich hier den originalen Zeitbericht zum hören 8,2 Mb herunter. Dieser Bericht gibt den Zeitgeist der damaligen deutschen Gesellschaft wieder. Noch ist der Kommentator nicht voll Nationalsozialistisch indoktriniert. Vielmehr kommt der sehr starke der preußische und militaristische Geist durch, den das Deutsche Reich mindestens seit 1869 beherrschte. Dieser Zeitgeist war sehr durch den preußischen Militarismus und Preußentum geprägt. äsident Paul von Hindenburg in der Garnisionskirche. Sogar ausländische Regierungsrepräsentanten waren anwesend. Der Radiobericht ist geprägt von Kirchenglocken und Kirchenmusik sowie Marschmusik preußischer Kapellen. Für den Reporter scheint es sehr wichtig zu sein, dass diese Veranstaltung vor dem Grabe Friederichs den Großen vollzogen wurde.

 

Original Rundfunkbericht mit Rede nur Hindenburg 21. März 1933

 

Die Garnisionskirche am Tag von Potsdam

 

 

Der Reichspräsident Paul von Hindenburg fährt vor

 

Hindenburg im Kreise seiner Familie und Pfarrer

 

Das Militär lässt es sich nehmen vorbeizudeflielieren

 

Erst am 21. März 1933, dem „Tag von Potsdam“, hatten sich somit die alten preußischen Eliten und das neue nationalsozialistische Regime durch den von Goebbels geschickt eingefädelten symbolpolitischen Festakt in der Potsdamer Garnisonskirche miteinander versöhnt.

 

 

Rundfunkbericht - Rechtfertigung von Hindenburg und Reichskanzler Hitler

Rundfunkrede im mp3 Format ca. 3,41 Mb. Gegeseitige Lobesrede auf Hindenburg und die Neue Reichsregierung. Erstaunlich immer wieder die Behauptungen des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, wie sehr er der Neuen Regierung sein Vertrauen schenkte, eine Regierung die zudem durch noch freie Wahlen vom Volk gewählt wurde. Adolf Hitler ergeht sich in diesem Redeausschnitt in ein Lobgesang auf den Greisen tapferen Feldmarschall und Reichspräsidenten Hindenburg.

In der Garnisonskirche zu Potsdam zur Reichstagseröffnung mit Reichspräsident von Hindenburg gab Hindenburg folgendes von sich: „Möge der alte Geist dieser Ruhmesstätte auch das heutige Geschlecht beseelen, möge er uns…in nationaler Selbstbesinnung…zusammenführen zum Segen eines in sich geeinten, freien, stolzen Deutschland…“.

 

Adolf Hitler wollte Hindenburg in nichts nachstehen und sprach folgende Worte: „In unserer Mitte befindet sich ein greises Haupt. Wir erheben uns vor Ihnen, Herr Generalfeldmarschall .... Heute, Herr Generalfeldmarschall, lässt die Vorsehung (Bemerkenswert das Adolf Hitler schon hier von einer Vorsehung gesprochen hat. Nach dem Attentat vom 20.0Juli 1944 soll diese Vorsehung von Adolf Hitler öfters als Begründung für seinen totalen Machtanspruch herhalten. Adolf Hitler fühlte sich durch eine Vorsehung als eine Art Messias zu den Deutschen gesandt) ... lässt die Vorsehung Sie Schirmherr sein über die neue Erhebung unseres Volkes .... In einer einzigartigen Erhebung hat das Volk in wenigen Wochen die nationale Ehre wieder hergestellt…“.

Am 21. März 1933 hielt Dibelius, der den Machtantritt Adolf Hitlers begrüßte in seiner Eigenschaft als zuständiger Generalsuperintendent die Festpredigt am "Tag von Potsdam" in der Kirche. Darin lobte er die neuen Machthaber für die Maßnahmen nach dem Reichstagsbrand, mit denen Regimegegner verhaftet und staatsbürgerliche Rechte weitgehend außer Kraft gesetzt worden waren, warnte aber auch vor den Gefahren einer Diktatur:

"Durch Nord und Süd, durch Ost und West geht ein neuer Wille zum deutschen Staat, eine Sehnsucht, nicht länger, um mit Treitschke zu reden, einer der erhabensten Empfindungen im Leben eines Mannes' zu entbehren, nämlich den begeisterten Aufblick zum eigenen Staat."

Dibelius berief sich mit Treitschke auf einen Antijudaisten des 19. Jahrhunderts. Ebenfalls in der Nikolaikirche sagte Dibelius:

"Wir haben von Dr. Martin Luther gelernt, dass die Kirche der rechtmäßig staatlichen Gewalt nicht in den Arm fallen darf, wenn sie tut, wozu sie berufen ist. Auch dann nicht, wenn sie hart und rücksichtslos schaltet. Wir kennen die furchtbaren Worte, mit denen Luther im Bauernkrieg die Obrigkeit aufgerufen hat, schonungslos vorzugehen, damit wieder Ordnung in Deutschland werde. Aber wir wissen auch, dass Luther mit demselben Ernst die christliche Obrigkeit aufgerufen hat, ihr gottgewolltes Amt nicht zu verfälschen durch Rachsucht und Dünkel, dass er Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gefordert hat, sobald die Ordnung wiederhergestellt war."


Nachdem die Festpredigt geendet hatte fand eine Militärparade vor ca. 250 000 Hakenkreuz- u. schwarz-weiß-rote Fähnchen schwenkenden Deutschen statt. Der „Tag von Potsdam“ geht einher mit der Installation, eines der verbrecheristen und skrupellosesten Regimes, den die Welt je gesehen hat.

Zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken

Hunderttausende begleiten am 21. März 1933 den Staatsakt
 

Reichswehr, das Bürgertum und Nazis sind "Eins" geworden


Der Reichstag trat noch am selben Tag seine erste Sitzung in der Krolloper in Berlin an. Die Krolloper wurde vorübergehend als Sitzungssaal genutzt, da die alte Reichskanzlei wegen Brandschatzung nicht mehr zu nutzen war. Nach dieser erfolgreichen Vereinigung von Nazis und dem Bürgerlager der für die Nazis verhassten Weimarer-Republik wurde die Verordnung des Reichspräsidenten zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung erlassen. Das bedeutete, dass die Nazis daran gingen, den liberalistischen Staat in einen zentral gelenkten und somit gleichgeschalteten Staat umzuwandeln.

 

Beispiele für die Gleichschaltung von Millionen von Deutschen

 

Schon seit Jahren veranstalteten die Nazis in Nürnberg zu ihren Reichsparteitagen riesige Massenkundgebungen. Folgend eine Aufnahme auf dem Luitpold Hein in Nürnberg 1937. Die Reichsparteitag wurden nicht nur mit Massen von Menschen abgehalten. Das ganze Reich wurde per Medien wie Zeitungen und Rundfunk in das Geschehen eingebunden.

 

Adolf Hitler sprich am Luitpoldhain in Nürnberg

Adolf Hitler in der Luitpold Hein in Nürnberg

 

Es kann niemand sagen, er hätte nicht gewusst was auf Deutschland zukam

 

Adolf Hitler nimmt die Parade des NSKK in Nürnberg ab

Adolf Hitler Paradeabnahme des NSKK in Nürnberg 1937

 

Obiges Bild dokumentiert die bei den Reichsparteitagen stattfinde Parade-Abnahme verschiedener Nazi Organisationen. Auf dem Bild befinden sich die Naziverbrecher in Nürnberg zur Zeit des Reichsparteitag am Adolf Hitler Platz. Im Auto auf dem Bild ist Adolf Hitler zu sehen, rechts neben dem Wagen steht Hermann Göring, welcher in jener Zeit auch ein oberster SA Führer war. Der 2. Mann von liks gesehen ist Rodolph Hess, zu diesem Zeitpunkt noch der Stellvertreter des Führers. Rechts von Hess steht ein NSKK Führer (NSKK steht für das nationalsozialistische Fahrerkorps). Die Machtübernahme über das Deutsche Reich durch die Nazis sorgte in Folge für tiefeingreifende Ändereungen oder Beschränkungen des Gesellschaftlichen Leben.

 

Die Gerichtsbarkeit wird stark auf die Nazis eingeschworen

 

Eine der gesellschaftlichen Veränderungen war die Verordnung der Reichsregierung über die Bildung von Sondergerichten am 21. März 1933. Diese Sondergerichte bezeichnete Dr. Goebbels in Rundschreiben an alle Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaatsanwälte als „Standgerichte der inneren Front“. Die Sondergerichte sind zuständig für die in der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 (Reichsgesetzbl. I S. 83) und der Verordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung vom 21. März 1933 (Reichsgesetzbl. I S. 135) bezeichneten Verbrechen und Vergehen, soweit nicht die Zuständigkeit des Reichsgerichts oder der Oberlandesgerichte begründet ist. Es entfielen hier einige grunsätliche Regelungen in der Strafverfolgung. Diese Regelungen ermöglichte es den Nazis auch politisch, ethnisch und kulturell verfolgte Menschen rechtslos zu stellen. Den in Folge galt es als ein schweres Delikt zum Beispiel ein SPD Anhänger, also Sozialdemokrat zu sein. Bei den Änderungen entfiel die bei schweren Delikten üblichen gerichtlichen Voruntersuchung. Die Ladungsfrist vor Gericht wurde auf 3 Tage reduziert und Richter konnten Beweisanträge der Verteidiger ablehnen. Die zu jenem Zeitpunkt tätigen Juristen verstanden sich später als „Panzertruppe der Rechtpflege“.

 

Das Volk wurde systematisch zu einer Kampf- und Opfergemeinschaft herangezogen.

 

Konzentrationslager wurden eingerichtet

Bevor diese Kampf und Opfergemeinschaft gestaltet und von den Nazis erzogen wurde, wurden KZ, also Konzentrationslager eingerichtet. In diesen verbrachte man zu Anfang des Regimes erst einmal die "Politischen Feinde". Somit entledigte sich die Regierung einer demokratischen Opposition. In den folgenden Jahren sollte das Recht in Deutschland systematisch so gebeugt werden, das ethnische Gruppen wie Zigeuner, Juden, Russen und andersdenkende in ein KZ eingewiesen werden konnten.

 

Es war allen Beteiligten welche von 1933 - 1945 administrative Posten im Deutschen Reich inne hatten eindeutig klar, dass es rechtsstaatlich betrachtet rechtswidrig war diese Gruppen einzusperren oder sogar zu töten.

Fieberhaft wurden Gesetze neu erfunden, angepasst, verändert und gebeugt um der Verfolgung "Andersdenkender" und "ethnisch Verfolgter" rechtlich Habhaft werden zu können. Dieser nicht einfache Vorgang alleine gehört zu den größten Verbrechen der Nazis. Allen war klar, dass es rechtstaatlich gesehen ein Verbrechen war, Menschen einzusperren und dadurch zu Tode kommen zu lassen.

Wenn nur ein Mensch durch staatliche Macht in der Haft oder sonst so zu Tode kommt, dann ist das rechtsstaatlich gesehen ein Verbrechen. Solch eine Regierungsform hätte auch nach damaligen Recht abtreten müssen. Nicht ohne Grund wurden viele Vernichtungslage Anfangs im besetzten östlichen Raum eingerichtet. Hier konnte man sich dann rechtsstaatlich auf das Kriegsrecht berufen.

 

Diesen Zusammenhängen wird nach Auffassung des Verfassers zu wenig Aufmerksamkeit in der Geschichtsbetrachtung gegeben. Auch die Nazis wussten alle, aber wirklich alle, dass es als Staatsmacht nach den von 1933 vorherrschenden Gesetzen verboten und verbrecherisch war Menschen zu verfolgen und zu töten.

Totzdem wurden recht schnell nach der Machtübernahme KZ eingerichtet und politisch Unbequeme Bürger ermordet.

 

Auszug aus dem „Völkischen Beobachter“ vom 21. März 1933: „ Am Mittwoch wird in der Nähe von Dachau das 1.Konzentrationslager mit einem Fassungsvermögen für 5.000 Menschen errichtet werden. Hier werden die gesamten kommunistischen und soweit...notwendig ist, Reichsbanner- und sozialdemokratischen Funktionäre, die die Sicherheit des Staates gefährden, zusammengezogen, da es auf die Dauer nicht möglich ist...diese Funktionäre in den Gerichtsgefängnissen unterzubringen...“.

Das KZ Dachau (Torinschrift: Arbeit macht frei) hatte als Kommandanten unter anderem Hilmar Wäckerle, Theodor Eicke, Hans Loritz, Martin Weiss, Heinrich Deubel, Alex Piorkowski. Die Lagerärzte waren unter anderem Dr. Enno Lolling, Dr. Rudolf Brachtel, Dr. Sigmund Rascher, Dr. Claus Schilling, Dr. Fritz Hintermayer, Dr. Helmuth Vetter und Dr. Wilhelm Witteler.

Das KZ Dachau hatte 1945 125 Außenstellen und darunter ca. 200 000 Häftlinge. An den KZ Insassen wurden grausame und menschenverachtende medizinische Versuche vorgenommen. Phlegmonenversuche wurden an katholischen Pfarrern und Ordensbrüdern vorgenommen. Es wurden Unterkühlungs-, Unterdruck- und Malariaerregerversuche und viele andere Experimente vorgenommen. Diese Versuche töteten eine unbekannte Zahl der Häftlinge qualvoll. Neben 30 000 registrierten Toten werden ab 1941 tausende sowjetische Kriegsgefangene erschossen und Nichtregistrierte Häftlinge durch Hunger, Krankheit, Erschöpfung, Folter, Erschießen, Erhängen und Spritzen getötet.
 

22.03.1933 sendete Dr. Alfons Stauder, Leiter des Hartmannbundes, ein Telegramm an den Reichskanzler Hitler: „Die ärztlichen Spitzenverbände... begrüßen freudigst den entschlossenen Willen der Reichsregierung der nationalen Erhebung, eine wahre Volksgemeinschaft aller Stände, Berufe und Klassen aufzubauen und stellen sich freudigst in den Dienst dieser großen vaterländischen Aufgabe mit dem Gelob treuester Pflichterfüllung...“, . Er gelobte treueste Pflichterfüllung als Diener der Volksgesundheit.

 

 

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